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Rind im Bild 02/2010

Die Entwicklung der MLP im Prüfjahr 2010

Die Milchproduktion erfolgte in den letzten beiden Jahren wegen der niedrigen Milchpreise und der gestiegenen Kosten unter äußerst ungünstigen Bedingungen. Dadurch wurden zahlreiche Milcherzeuger zum Ausstieg aus der Milchproduktion veranlasst. Das spiegelt sich auch im Umfang der Milchleistungsprüfung (MLP) wider. Mit 3.826 Mitgliedsbetrieben im Landeskontrollverband Schleswig-Holstein e. V. (LKV) im April war gegenüber dem entsprechenden Vorjahresstand ein Rückgang um 5,9 % festzustellen. In den verbleibenden Betrieben fand jedoch eine deutliche Aufstockung der Herden statt, so dass der Rückgang bei der Zahl der geprüften Kühe gegenüber dem Vorjahr nur 1,1 % betrug. Im April wurden 300.453 Kühe geprüft.

Die ausgeschiedenen Herden lagen mit ihrer Leistung um ca. 450 kg Milch unter dem Durchschnitt des LKV und hielten auch etwa 25 Kühe weniger. Das trug neben der Aufstockung in den verbleibenden Betrieben dazu bei, dass die durchschnittliche Herdengröße um 3,8 Kühe auf 78,6 Kühe/Betrieb angestiegen ist. Dieser aktuelle Stand im April 2010 ist deutlich besser als die in Tabelle 1 aufgeführte Entwicklung der Herdengröße, weil dort Durchschnittszahlen für Jahreszeiträume genannt werden und die Tabelle um den Einfluss der ausgeschiedenen Betriebe bereinigt wurde.

In der Tabelle 1 ist die Entwicklung der Betriebe innerhalb eines Jahres unter Berücksichtigung der Herdengröße aufgeführt. Die Auswertung zeigt, dass sich die größeren Herden deutlich dynamischer entwickeln als kleinere Herden. Während die Betriebe mit bis zu 40 Kühen ihren Bestand innerhalb des letzten Jahres bei konstanter Leistung um 0,7 Kühe reduziert haben, ist in den Betrieben mit mehr als 120 Kühe eine Aufstockung um 9,7 Kühe und ein geringer Leistungsanstieg festzustellen. Die positive Einstellung zur Milchproduktion auch unter schwierigen Rahmenbedingungen ist auch daran zu erkennen, dass die schleswig-holsteinischen Milcherzeuger bei der Milchquotenbörse am 1. April 2010 wieder zusätzliche Milchquoten erworben haben.

Die Leistungsentwicklung der Kühe im laufenden Prüfjahr 2010 zeigt die Tabelle 2. Neben einem geringfügigen Rückgang der Milchleistung ist ein auffälliger Anstieg beim Milchfettgehalt festzustellen. Der Harnstoffgehalt hat sich gegenüber dem Vorjahr nochmals reduziert und weist auf einen weiterhin restriktiven Kraftfuttereinsatz hin. Der Milchzellgehalt hat immer noch ein deutlich höheres Niveau als vor einigen Jahren. Der Anstieg in dem extrem heißen Sommer 2006 hat sich seitdem noch nicht wieder normalisiert.

Der aktuelle gleitende Herdendurchschnitt weist im Vergleich zum Ergebnis des Prüfjahres 2009 einen Leistungsrückgang um 19 kg Milch aus. Die Fettmenge erhöhte sich durch den Anstieg des Milchfettgehaltes um 0,02 % um 1 kg auf 347 kg, während beim Eiweiß ein Rückgang um 0,01 % und 1 kg auf 281 kg eingetreten ist. Angesichts der derzeitigen ziemlich konstanten Leistung ist auch bis zum Ende des Prüfjahres 2010 nicht miterheblichen Abweichungen zur Vorjahresleistung zu rechnen.

 

Tabelle 1: Entwicklung der Betriebe im letzten Jahr im Vergleich zum Vorjahresstand nach Herdengröße

(gleitender Herdendurchschnitt voll vergleichbarer Betriebe)

Herden-

größe

Anzahl

Betriebe

Kühe/

Betrieb

Milch

kg

Fett

%       kg

Eiweiß

%        kg

bis 40

599

29,2

7.444

4,35

324

3,44

256

 

 

-0,7

-43

+0,02

±0

+0,02

±0

41-80

1.821

60,6

7.973

4,29

342

3,44

274

 

 

+0,4

-31

+0,03

+1

+0,02

+1

81-120

994

97,1

8.323

4,24

353

3,44

286

 

 

+3,1

+7

+0,02

+2

±0,00

±0

121 u. m.

411

166,4

8.561

4,14

354

3,42

293

 

 

+9,7

+21

+0,02

+2

±0,00

+1

gesamt

3.825

76,5

8.194

4,23

347

3,43

281

 

 

+1,9

-1

+0,02

+2

±0,00

±0

 

Tabelle 2: Leistungsergebnisse am Prüftag nach Monaten

Monat

Milch

Fett

Eiweiß

Harnstoff

Zellzahl

 

kg

± Vj.

%

± Vj.

%

± Vj.

mg/kg

± Vj.

1.000

± Vj.

Oktober 2009

24,6

± 0,0

4,33

+0,06

3,50

+0,03

209

-9

245

-5

November

25,0

-0,1

4,34

+0,06

3,48

-0,01

208

-11

251

-8

Dezember

25,7

-0,2

4,33

+0,05

3,46

-0,02

211

-13

256

+3

Januar 2010

26,0

-0,3

4,36

+0,07

3,46

±0,00

213

-9

249

-4

Februar

26,2

-0,3

4,34

+0,05

3,45

±0,00

210

-14

253

-1

März

26,4

±0,0

4,30

+0,02

3,41

-0,02

210

-14

251

-4

 

Höhere Lebenseffizienz durch niedrigeres Erstkalbealter

Durch die Verbesserung der Lebenseffizienz lässt sich die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion verbessern. Als Lebenseffizienz wird die auf ihr Lebensalter bezogene Leistung einer Kuh bezeichnet, also die durchschnittliche Leistung je Lebenstag. Einflussfaktoren auf die Lebenseffizienz sind das Erstkalbealter der Färsen, die Nutzungsdauer und das Leistungsniveau. Durch die Verringerung des Erstkalbealters reduziert sich der Anteil der ?unproduktiven? Aufzuchtphase an der gesamten Lebensdauer einer Kuh zugunsten der Nutzungsdauer.

Auswertungen des LKV zeigen, dass die Färsen mit dem niedrigsten Erstkalbealter eine genauso lange Nutzungsdauer haben wie die Tiere mit einem höheren Erstkalbealter (Tab. 1). Die im Prüfjahr 2009 abgegangenen Kühe schieden nach einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 2,9 Jahren aus. Zwischen den Rassen gab es dabei kaum Unterschiede. Aufgrund der Unterschiede beim Erstkalbealter unterscheiden sich die Abgangskühe auch beim durchschnittlichen Abgangsalter.

Die Tabelle zeigt auch, dass die Kühe mit dem niedrigeren Erstkalbealter im Vergleich zu den Kühen mit einem höheren Erstkalbealter eine höhere Lebensleistung erzielten. Aus der höheren Leistung und dem niedrigeren Erstkalbealter resultierte eine höhere Leistung je Lebenstag. Je nach der Rasse der Herden betrugen die Unterschiede bis über 4 kg Milch je Kuh und Lebenstag zwischen Herden mit einem Erstkalbealter bis 26 Monate und solchen, in denen die Färsen bei der ersten Kalbung älter als 34 Monate waren. Eine intensive Aufzucht wirkt sich positiv auf das Leistungsvermögen der Kühe aus.

Auch hinsichtlich der Furchtbarkeit sind die Färsen mit einem niedrigeren Erstkalbealter ihren erstmals mit einem höheren Alter kalbenden Artgenossen überlegen. Dies zeigt die durchschnittliche Zwischenkalbezeit (ZKZ) in der ersten Laktation in Abhängigkeit vom Erstkalbealter in der Abbildung 1. Mit einer durchschnittlichen ZKZ von 385 Tagen weisen die rotbunten DN-Färsen im Durchschnitt die niedrigste ZKZ auf. Färsen mit einem unterdurchschnittlichen Erstkalbealter zeichnen sich auch durch eine unterdurchschnittliche Zwischenkalbezeit aus.

In Betrieben mit einer höheren Lebenseffizienz erreichen die Kühe auch höhere Lebensleistungen und weisen ein niedrigeres Erstkalbealter auf (Tab. 2). Die Verteilung der Betriebe (ohne rotbunte DN-Betriebe) zeigt, dass nur 11,2 % der Betriebe eine durchschnittliche Lebenseffizienz von mehr als 15 kg Milch erreichen. Dieser Wert ist nach verschiedenen wissenschaftlichen Studien als Minimum der Lebenseffizienz anzusehen. Erst dann hat eine Kuh mit ihrer Leistung die Aufzuchtkosten erwirtschaftet und leistet einen positiven Beitrag zum betriebswirtschaftlichen Erfolg des Betriebes. Der Wert muss sicherlich nicht für alle Betriebe in Schleswig-Holstein mit einer unterschiedlichen Ausrichtung der Milchproduktion zutreffend sein. Die Daten in Tabelle 1 zeigen jedoch, dass es innerhalb aller Rassen eine große Spannweite hinsichtlich des Erstkalbealters und der Lebenseffizienz gibt. Der Vergleich der Ergebnisse, die der LKV seinen Mitgliedern regelmäßig mitteilt, ist in jedem Falle hilfreich bei der Einschätzung der eigenen Situation und der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit.

Tabelle 1: Durchschnittliche Leistung je Lebenstag der abgegangenen Kühe nach Rassen und Erstkalbealter

(Durchschnittswerte je Betrieb im Prüfjahr 2009)

Erstkalbealter Monate

Anzahl

Betriebe

Nutzungsdauer

Jahre

Abgangsalter

Jahre

Lebensleistung (ECM)

je Kuh je Lebenstag

Angler

 

 

 

 

 

-26

58

3,0

5,1

26.298

14,0

-28

52

2,8

5,2

23.948

12,7

-30

32

2,7

5,2

22.240

11,7

-32

20

2,7

5,4

22.245

11,3

-34

7

3,4

6,2

25.413

11,3

>34

3

4,0

7,0

28.624

11,3

gesamt

172

2,9

5,3

24.366

12,7

Rbt. DN

 

 

 

 

 

-26

9

1,9

4,1

14.051

9,4

-28

15

2,7

5,0

18.971

10,4

-30

69

2,5

5,0

18.210

9,9

-32

151

2,7

5,4

18.281

9,3

-34

136

2,8

5,6

18.832

9,2

>34

109

3,0

6,0

18.679

8,5

gesamt

489

2,8

5,5

18.456

9,2

Rbt. RH

 

 

 

 

 

-26

54

2,8

5,0

24.636

13,6

-28

138

2,8

5,1

23.678

12,7

-30

202

2,8

5,3

22.577

11,7

-32

183

2,9

5,6

22.657

11,2

-34

105

2,9

5,7

22.091

10,6

>34

66

3,1

6,1

21.077

9,5

gesamt

748

2,9

5,4

22.748

11,5

Schwarzbunt

 

 

 

 

 

-26

351

2,9

5,1

27.156

14,6

-28

639

2,9

5,2

25.860

13,5

-30

631

2,9

5,4

24.770

12,6

-32

440

2,9

5,6

23.841

11,7

-34

250

3,0

5,8

24.095

11,4

>34

128

3,1

6,2

22.782

10,1

gesamt

2.439

2,9

5,4

25.058

12,7

 

Tabelle 2: Durchschnittliches Erstkalbealter der abgegangenen Kühe in Abhängigkeit von der Lebenseffizienz

(Durchschnittswerte je Betrieb im Prüfjahr 2009, ohne rotbunte DN-Herden)

Lebens-

effizienz

Milch-kg

Anzahl

Betriebe

Kühe/

Betrieb

Abgänge

%

Erstkalbe-

alter

Monate

Nutzungs-

dauer

Jahre

Abgangs-

alter

Jahre

Lebens-

leistung

ECM

-7

44

57,9

23,1

32,9

1,7

4,5

9.745

-9

206

59,8

36,3

33,1

2,4

5,2

15.871

-11

751

70,8

36,4

31,5

2,6

5,3

19.749

-13

1.177

79,5

33,8

30,5

2,9

5,4

23.847

-15

805

82,9

32,0

28,8

3,1

5,5

28.228

>15

376

82,4

28,5

27,6

3,5

5,8

34.575

gesamt

3.359

77,2

25,7

30,1

2,9

5,4

24.508

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