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Trächtigkeitsuntersuchung - sicher aber richtig

Der neue MLP Rückbericht ist da. Am Frühstückstisch wird sich angeregt über die Ergebnisse ausgetauscht. Senior und Junior unterhalten sich dabei über auffällige Kühe und schnell kommt die Frage nach dem Trächtigkeitsstatus einiger Kühe auf. „Wir hatten doch Milchproben beim LKV untersuchen lassen...“ Kein Problem, der Betrieb muss glücklicherweise
nicht mehr nach der Ergebnismitteilung suchen, die Ergebnisse werden auf dem Rückbericht der MLP ebenso angezeigt wie im Herdenmanagementprogramm MLP-Online. Dieser Vorteil ergibt sich bei der Nutzung der Online-Anmeldung für die Untersuchung von Milchproben auf Trächtigkeit. Die Kühe zur Untersuchung werden dabei direkt aus der Datenbank des LKV ausgewählt.
Das hat zwei große Vorteile. Neben der Speicherung der Ergebnisse in der Datenbank und der damit verbundenen Anzeige auf dem Rückbericht und in MLP-Online, erleichtert das Verfahren die Auswahl der Kühe und die Erstellung des Probenbegleitscheins. Die Herde wird bersichtlich mit den wichtigen Angaben zur letzten Belegung und letzten Kalbung angezeigt.
 

So gehts: Der einfache Weg der Online-Beauftragung

  1. Probenröhrchen gibt es beim Leistungsprüfer oder direkt vom ZML.
  2. Auf im Mitgliederbereich / Trächtigkeitsuntersuchung anmelden (ggf. registrieren wenn noch kein Zugang besteht).
  3. Einfach die Kühe für die Beprobung auswählen und den Probenbegleitschein ausdrucken.
  4. Abreiß-Barcode vom Proberöhrchen ziehen und zu der entsprechenden Kuh auf den Begleitschein kleben.
  5. Milch aus einer Zitze direkt in das Röhrchen melken.
  6. Probenröhrchen zügig an das ZML in Kiel senden (per Post, über die Leistungsprüfer oder Abgabe direkt im ZML).
  Einwahl
Punkt 2. Anmeldefenster LKV-Homepage
Online Auswahl2
Punkt 3. Beispielbild einer Onlinebeauftragung
  Bild4 Probenroehrchen
Punkt 4. Proberöhrchen
Probenbegleitschein
Punkt 4. Abreißbarcode zur Übertragung auf den Probenbegleitschein
 
Durch einfaches Auswählen der Kühe werden diese auf den Begleitschein gedruckt. Diese Auswahlfunktion wurde nun nochmals verbessert, indem die Anzeige um die Angabe des letzten Trächtigkeitsuntersuchungsergebnisses erweitert wurde. Viele Betriebe nutzen das Angebot der Trächtigkeitsuntersuchung regelmäßig. Der Test stellt den Trächtigkeitsstatus in der Milchprobe schnell und sicher fest. Während einer Trächtigkeit werden von der Gebärmutter sogenannte PAGs (pregnancy associated glycoproteins) gebildet, die ab dem 28. Trächtigkeitstag in der Milch nachgewiesen werden können. Voraussetzung ist, das die letzte Kalbung mehr als 60 Tage zurück liegt. Die Vorteile des Tests liegen neben der Sicherheit über den Trächtigkeitsstatus der Kuh zu jedem Trächtigkeitsstadium vor allem in der Einfachheit für den Betrieb. Milchproben können während des Melkens gezogen werden, so dass keine zusätzliche Belastung für das Tier und kein zusätzlicher Aufwand für den Landwirt entsteht. Der Test eignet sich auch zu einer weiteren späteren Überprüfung von bereits vorher festgestellten Trächtigkeiten. Das Risiko des embryonalen Fruchttods ist zu Beginn der Trächtigkeit hoch.
Untersuchungen zeigen, dass bis zu 20 % der Trächtigkeiten bis zum 60. Trächtigkeitstag verloren gehen. Eine Bestätigungsuntersuchung nach dem 60. Trächtigkeitstag ist daher angeraten unabhängig davon mit welchem Verfahren die Trächtigkeit festgestellt wurde (über die Milch oder durch eine Ultraschalluntersuchung). Der Test eignet sich ebenso gut, um die Sicherheit über eine Trächtigkeit
bei Verkaufstieren bzw. eine Nicht-Trächtigkeit bei Schlachttieren schnell und einfach zu erlangen. Grundvoraussetzung für ein gutes Testergebnis ist eine gute und verlässliche Probenahme. Die höchste Sicherheit erhält man durch die Untersuchung mehrerer Proben im Verlauf der Trächtigkeit. Zu einem frühen Zeitpunkt eignet sich der Test zur ersten Feststellung, ob die Besamung erfolgreich war. Aufgrund der Gefahr des embryonalen Fruchttods sollte dieses Ergebnis ab dem 60. Trächtigkeitstag noch einmal überprüft werden. Mit dieser Strategie wird die Trächtigkeit früh festgestellt und gut überwacht, so dass man nicht tragende oder nicht mehr tragende Kühe schnell und sicher aufspüren kann.er Test der Firma IDEXX ist mittlerweile in ganz Deutschlang gut etabliert und wird weit verbreitet eingesetzt. Bei den im vergangenen Jahr im Milchlabor des LKV untersuchten Proben zeigten rund 71 % der Proben ein positives (tragend) und 26 % ein negatives (nicht tragend) Testergebnis. Knapp 3 % der Proben wiesen kein eindeutiges Testergebnis auf. Das liegt entweder daran, dass zu Beginn einer Trächtigkeit noch nicht ausreichend PAGs gebildet wurden, um die Probe mit dem Test eindeutig als tragend zu identifizieren. Eine andere Ursache kann sein, dass nach einem Fruchttod oder Abort die PAGs in der Milch noch nicht soweit abgebaut sind, dass das Ergebnis eindeutig nicht tragend ergibt. In beiden Fällen sollte der Test mit etwas zeitlichem Abstand wiederholt werden. Auch wenn das Testverfahren über die Milch noch ein relativ neues Verfahren ist, gibt es
mittlerweile ausreichend Studien und praktische Erfahrungen, die dem Test eine gute Qualität und Genauigkeit bestätigen. Die Sicherheit des Tests liegt nach Herstellerangaben bei 98 %. Studien, die das Testergebnis aus der Milchprobe mit der Ultraschalluntersuchung vergleichen, kommen zu ähnlichen Werten. Tragende Tiere werden mit 98 % Sicherheit erkannt und nicht tragende Tiere mit einer Sicherheit von 95 %. Dadurch dass der LKV den Test mittlerweile seit drei Jahren anbietet und nun über die Online-Anmeldung die Ergebnisse auch in der LKV-eigenen Datenbank gespeichert werden können, kann die Qualität des Milchtest auch an eigenen Daten bestätigt werden. Über 98 % der gemeldeten Kalbungen, denen ein Trächtigkeitstest über die Milch vorausging, wurden mit dem Milchtest als tragend getestet. Gespräche mit Landwirten, die den Test anwenden, zeigen eine hohe Zufriedenheit mit dem Test. Auf vielen Betrieben hat der Milchtest einen festen Platz im Fruchtbarkeitsmanagement eingenommen. Insgesamt lässt sich auch beobachten, dass seit der Einführung des Milchtest die Notwendigkeit einer Strategie zur Trächtigkeitsuntersuchung auf den Betreiben stärker in den Vordergrund gerückt ist. Umfragen aus Studien zeigen, dass die Landwirte insbesondere die Arbeitserleichterung und Zeiteinsparung bei der Anwendung des Milchtests schätzen. Die gewonnenen Kapazitäten können dann den nicht trächtigen Tieren gewidmet werden.
 

Dr. M. Brandt, LKV

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