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Betriebsaudits für "gentechnikfreie" Milch

Ohne GentechnikIn den letzten Monaten wurde vermehrt darüber berichtet und große Lebensmittelunternehmen werben damit: gentechnikfreie Milch. Auch einige schleswig-holsteinische Meiereien produzieren GVO-feie Milch und Milchprodukte, so dass die betreffenden Milchviehbetriebe ebenfalls ihre Produktion dementsprechend umstellen müssen. Gemeint ist damit eine Milchproduktion ohne den Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermittel. Die damit verbundenen Produktionsstandards werden bei Hofaudits von den Auditoren des LKV S-H überprüft.
In Umfragen geben mehr als die Hälfte der Verbraucher an, dass sie gentechnisch veränderte Produkte ablehnen (Gesellschaft für Konsumforschung, GfK). Die Handelsketten wollen durch das Angebot von GVO-freien Produkten ihre Akzeptanz bei den Verbrauchern stärken und nutzen dies teilweise intensiv für Werbekampagnen. Neben GVO-frei sind auch Regionalität oder bestimmte Produktionsstandards wie beispielsweise Weidemilch ein aktueller Trend im Lebensmittelsektor und damit letztendlich auch im Milchregal.
Die Kennzeichnung von Lebensmitteln, bei deren Herstellung auf die „Anwendung gentechnischer Verfahren“ verzichtet wurde, wird durch das EG-Gentechnik-Durchführungsgesetz geregelt. Lebensmittel mit einer „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung dürfen keine gentechnisch veränderten Organismen (GVO) sein, solche nicht enthalten und nicht aus oder durch GVO hergestellt worden sein. Zudem dürfen keine gentechnisch veränderten Pflanzen in den Futtermitteln enthalten sein.
Die Verwendung des einheitlichen Siegels „Ohne Gen-Technik“ wird über den VLOG (Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.) geregelt. Damit gibt der VLOG auch den Standard für die Produktion der Lebensmittel vor. Die Umstellung auf eine GVO-freie Milchproduktion bedeutet in erster Linie die Umstellung der Fütterung auf GVO-freie Futtermittel für alle milchliefernden Tiere. Der Produktion von GVO-freier Milch geht eine mindestens dreimonatige Umstellungsphase voraus. In der Regel bringt die Umstellung der Fütterung den Verzicht auf Soja mit sich, da dies das meist verwendete gentechnisch veränderte Futtermittel ist. Damit wird klar, dass GVO-freie Milchproduktion insbesondere in Regionen mit hohem natürlichen Grünlandanteil umsetzbar ist. Aber auch in Regionen mit Ackerfutterbau gibt es Alternativen. Die meist höheren Produktionskosten, werden seitens der Meiereien honoriert. Betriebe, die GVO-freie Milch liefern, müssen den VLOG-Standard einhalten. Dieser Standard regelt die wesentlichen Dinge zu Umstellungsfristen, Dokumentationspflichten, Entnahme von Futtermittelproben und die Kontrolle der Einhaltung durch Hofaudits.
Die Meierei wird als Produzent Mitglied im VLOG und wird auf die Einhaltung der Produktionsstandards regelmäßig durch die Zertifizierungsstelle überprüft. Die milchliefernden Betriebe werden im Rahmen dessen ebenfalls durch Hofaudits überprüft. Die Hofaudits werden von den Auditoren des LKV S.-H. durchgeführt. Die Auditoren wurden speziell auf den VLOG-Standard geschult und für dessen Überprüfung zugelassen. Der LKV arbeitet in diesem Bereich ebenso wie für QM-Milch mit der Zertifizierungsstelle ABCG in Hessen zusammen.
 

Dr. M. Brandt, LKV

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