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Elektronische Tierkennzeichnung – Nutzen in der Bestandsführung

Vor gut einem Jahr hat der LKV erstmals angeboten, elektronische Ohrmarken oder elektronische Fesselbänder zur Identifizierung der Kühe bei der Durchführung der MLP zu nutzen. Nach einem Jahr praktischer Erfahrung in derzeit 14 Betrieben kann heute von einem erfolgreichen Verfahren berichtet werden. Bei diesem Verfahren wird die Ohrmarke oder das Fesselband mit einem mobilen Lesegerät erfasst und mittels Bluetooth an den Datahandler zur Aufzeichnung der MLP-Daten gesendet. In Betrieben mit B-Prüfverfahren erleichtert die elektronische Erkennung der Kühe die Arbeit am Prüftag enorm und führt bei höherer Sicherheit insbesondere zu einer Beschleunigung der MLP. Aber auch Leistungsprüfer, die in den ersten Betrieben mit A-Prüfverfahren mit dieser Technik arbeiten, sind davon begeistert und wünschen sich, dass mehr Betriebe den Schritt zu diesem Verfahren wählen würden.

Häufig wird aber auch die Frage nach zusätzlichen Nutzungsmöglichkeiten der elektronischen Kennzeichnung im täglichen Betriebsablauf gestellt. Dies ist grundsätzlich für verschiedenste Anwendungen möglich, für einige sind jedoch zunächst weitere technische Voraussetzungen zu erfüllen. Dabei muss zwischen fest installierten Geräten und mobilen Geräten unter­schieden werden. Entscheidet sich ein Betrieb für den Einsatz von elektronischen Lebensohrmarken können diese über die LKD zu bezogen werden. Die elektronischen Ohrmarken erfüllen alle Anforderungen der gängigen DIN-Normen.

Zu den fest installierten Einrichtungen gehört die Kälbertränke. Als günstige Alterna­tive zum Halsbandtransponder kann die elektronische Lebensohrmarke bereits beim Kalb ihren Nutzen haben. Bei den Tränkeautomaten müssen dazu lediglich die Positionen der An­tennen verändert werden. Nach Auskunft namhafter Hersteller sind die Tränkeautomaten bereits heute so ausgestattet, dass eine Umrüstung ohne besonderen Aufwand möglich ist. In Dänemark, wo der Einsatz der elektronischen Ohrmarke bereits seit einigen Jahren verpflichtend ist, hat sich die Industrie sehr schnell den Anforderungen der Betriebe gestellt.

Ein weiterer Nutzungsschwerpunkt können Selektionstore sein. In den ständig größer werdenden Betrieben wird es zunehmend zum Standard, dass eine Selektion von Kühen, z.B. zur Klauenbehandlung, direkt nach dem Verlassen des Melkstandes über automatisch gesteuerte Tore erfolgt. Mit der entsprechenden Lesetechnik können elektronische Ohrmarken oder Fesselbänder in diesem System gut genutzt werden.

Mobile Geräte lassen sich in den Betrieben ebenso vielfältig verwenden. Sie können so­wohl beim Erfassen der elektronischen Lebensohrmarken als auch der elektronischen Fesselbänder angewendet werden.

Für die bereits beim LKV im Einsatz befindlichen Stickreader oder ERS-Reader wird beim Kauf dieser Geräte eine Software mitgeliefert, mit der die gescannten Tiere in einer Datei erfasst werden. Mit dem Anschluss des Gerätes an einen PC lassen sich die erfassten Daten für verschiedene Zwecke auf den PC übertragen. Als Beispiel sei hier die Behandlung von Jungvieh genannt. Mit dem Stickreader las­sen sich die Tiere erfassen und per Datei in ein Behandlungsnachweis übertragen. Gleiches gilt für die Erfassung von Deckdaten aus dem Natursprung. Mit einem erweiterten Programm können bereits am Stickreader benutzerdefiniert Informationen eingefügt werden, so dass für einen bestimmten Zweck erfasste Daten bereits als fertige Datei im PC eingepflegt werden können. Elektronisch lesbare Fesselbänder können aber auch al­lein im Melkstand schon eine große Hilfe bei der täglichen Routinearbeit sein. Hat das melkende Personal z.B. Schwierigkeiten, die Kühe bei Problemen oder notwendigen Behandlungen zu erkennen, schafft die Nutzung des Lesegerätes die notwendige Sicherheit. Zusätzlich kann das Gerät auch eine erhebliche Unterstützung bei der Ziehung von Sonderproben sein, denn nur eine eindeutige Identifizierung der Kuh bringt dem Betrieb Sicherheit und Vorteile.

Externe Dienstleister, wie z. B. der Tierarzt oder der Klauenpfleger, könnten ebenfalls vom Einsatz elektronischer Ohrmarken oder Fesselbänder profitieren. Mit dem Erkennen des Tieres mittels Lesegerät und Eingabe des Befundes und der erfolgten Behandlung an den Klauen lässt sich die Dokumentation und die Bestandsführung vereinfachen und erweitern.

Neben den vom LKV bisher genutzten Geräte der Fa. Tru-Test werden auf dem Markt weitere mobile Geräte angeboten. Zu den Herstellern zählen hier Firmen wie Allflex, Caisley, Datamars, und Agrident. Neben dem reinen Erfassen von elektronischen Kenn­zeichnungssystemen haben auch die Geräte dieser Hersteller weitere Möglichkeiten zum Anlegen individueller Dateien.

Fazit: Viele Betriebe möchten heute zur einfacheren und schnelleren Bearbeitung verschiedenster Aufgaben in ih­rem Betrieb die Möglichkeiten moderner Technik nutzen. Für die Erfassung der Roh­daten aber werden bisher kaum technische Einrichtungen genutzt. Die Kennzeichnung der Tiere mit einer elektronischen Lebensohrmarke oder einem elektronisch lesbaren Fesselband sind kostengünstige Varianten, an diesem Punkt Abhilfe zu schaffen.

Bei Interesse an der Nutzung der elektronischen Tiererkennung in der MLP oder beim Kauf von mobilen Lesegeräten steht der LKV gerne zur Verfügung. Sowohl über die Zuchtwarte oder auch telefonisch in Kiel unter 0431-33987 16 können Sie weitere Informationen erhalten.

 

Manfred Röstel, LKV

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