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Elektronische Tierkennzeichnung in der MLP

 

In der Ausgabe 4/2014 der ,,Rind im Bild" haben wir über die ersten Erfahrungen mit elektronischer Tierkennung im Rahmen der MLP berichtet. Hierbei werden am Tier befindliche elektronische Chips (Fesselbänder oder Ohrmarke) mit Hilfe eines vom LKV für die MLP kostenfrei zur Verfügung gestellten Lesestabs („Stickreader") ausgelesen und die entsprechende Tiernummer per Funk an den Datahandler des Ezi-Scanners zur Erfassung der Milchmenge und der Zuordnung der Milchprobe übertragen. Seit der Einführung der noch neuen Technik ist nun mehr als ein halbes Jahr vergangen. Zum ersten ,,Versuchsbetrieb" sind zwischenzeitlich weitere Betriebe hinzu gekommen, so dass bisher in zehn Betrieben mit dieser Art der MLP Erfahrungen gesammelt werden konnten.

Ziel der MLP mit dem Stickreader ist es, die Kuherkennung einfacher und zuverlässiger zu gestalten und die Arbeitsabläufe bei der MLP zu beschleunigen. Das sichere Erkennen der Kühe ist das A und O der MLP. Gerade hier liegt aber häufig das Problem. Wachsende Herden und wechselndes Personal machen eine eindeutige und gut lesbare Kennzeichnung der Kühe erforderlich. Meistens sind Halsbänder das Mittel der Wahl. Ihr Nachteil ist, dass sie schlecht erkennbar sind, sobald die Kuh im Melkstand an ihrem Platz steht. Hinzu kommt, dass sie nicht selten durch verloren gegangene oder beschädigte Zahlen nur eingeschränkt lesbar sind. Die sichere Identifizierung der Kühe kann dann aufwändig und schwierig sein. In vielen Betrieben werden zur MLP auch die Ohrmarken abgelesen, was bei "unkooperativen" Kühen schwierig sein kann. In beiden Fällen können elektronisch lesbare Chips am Tier weiterhelfen, sowohl in Form eines Fesselbandes als auch als elektronische Ohrmarke. Befürchtungen, dass die Fesselbänder Probleme bereiten könnten, haben sich nicht bewahrheitet. Das Anlegen der Bänder erfordert ein wenig Fingerfertigkeit, nach den ersten Bändern stellt sich jedoch schnell Routine ein. 

Wichtig ist, dass die Bänder nicht zu eng ums Bein liegen, zwei Finger sollten zwischen Bein und Band passen. So engt das Band nicht ein, es kommt nicht zu Scheuerstellen. Bei eher eng angebrachten Bändern ist es in Einzelfällen vorgekommen, dass sich der Verschluss gelöst hat, indem sich der Splint heraus gearbeitet hat. Bei korrekt angebrachten Fesselbändern hat es jedoch bisher keinerlei Probleme gegeben, wie unsere Umfrage bei den teilnehmenden Landwirten ergab. Die kaum vermeidbare Verschmutzung der Bänder stellt ebenfalls kein Problem dar, da die elektronische Lesbarkeit dadurch nicht beeinträchtigt wird.

Elektronische Ohrmarken haben bei uns noch keine sehr große Verbreitung. In Dänemark sind sie dagegen auf Grund gesetzlicher Vorgaben üblich und haben sich dort gut bewährt. Sie können ebenfalls für die MLP mit dem Stickreader verwendet werden. Voraussetzung ist dann jedoch, dass die Ohrmarken von vorne erfasst werden können, etwa in einem Melkstand mit Frontaustrieb oder wenn ein ein Gang vor der Kuhreihe vorhanden ist.

Entscheidet sich ein Mitglied für die MLP mit dem Stickreader, dann müssen zunächst alle Kühe des Bestandes mit einem der beschriebenen elektronischen Verfahren gekennzeichnet werden. Fesselbänder können zum Preis von je 4,50€ zzgl. MwSt. bezogen werden, ein Bestellformular befindet sich auf unserer Homepage (www.lkv-sh.de) unter „Downloads". Elektronische Ohrmarken sind eine auch in Deutschland zulässige Alternative zu herkömmlichen Ohrmarken und können über die LKD bezogen werden. Sobald alle Kühe gekennzeichnet sind, erfolgt eine sorgfältige Einarbeitung in die neuen Arbeitsabläufe bei der MLP. Die Einarbeitung führt in der Regel der zuständige Zuchtwart durch. Die Handhabung der neuen Technik ist einfach. Dennoch traten bei den ersten praktischen Einsätzen Fragen auf und Anregungen zur Regel der zuständige Zuchtwart durch. 

 

Die Handhabung der neuen Technik ist einfach. Dennoch traten bei den ersten praktischen Einsätzen Fragen auf und Anregungen zur Verbesserung des Systems wurden eingehend diskutiert. Im Interesse einer möglichst einfachen und benutzerorientierten Handhabung wurden diese an den dänischen Entwickler des Systems weitergegeben. Vieles, was an Anregungen aus der Praxis kam, wurde bereits übernommen, so dass wir heute ein wirklich praxistaugliches System anbieten können.

Einsetzbar ist der Stickreader in Kombination mit der elektronischen Tierkennzeichnung in nahezu allen Betrieben, die bei der MLP den Ezi-Scanner verwenden. Lediglich in Tandem-Melkständen sowie in Melkkarussellen kann das System derzeit noch nicht angewendet werden, da die Kuherfassung abgeschlossene Reihen verlangt, wie man sie im Side-by-Side oder Fischgrätenmelkstand vorfindet.

Außer den Anschaffungskosten für die Fesselbänder oder elektronische Ohrmarken entstehen keine zusätzlichen Kosten. Bei Interessen wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Zuchtwart oder an das Außendienstbüro des LKV unter 0431/33987-35 / -36.

 

Text: S. Springmann, S. Andresen, LKV

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