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Liebe Mitglieder,

im vergangenen Jahr haben wir an dieser Stelle voller Staunen über die enorm hohe Kuhzahl im LKV Schleswig Holstein berichtet, damals 331.000 Kühe im Durchschnitt des Jahres. In diesem Jahr haben die Mitglieder mit rund 340.000 Kühen erneut die höchste Anzahl jemals in Schleswig-Holstein geprüfter Kühe gemolken. Damit einher geht auch das enorme Wachstum der einzelnen Mitgliedsbetriebe. Der durchschnittliche Betrieb liegt inzwischen bei knapp über 100 Kühen. Ein Blick ins Land zeigt, dass vielerorts neue große Ställe gebaut wurden. Die Aufbruchsstimmung des letzten Jahres mit Blick auf den Wegfall der Quote ist jedoch spätestens seit dem Sommer in Ernüchterung umgeschlagen. Der Milchauszahlungspreis liegt aktuell fast 10 Cent unter dem Vorjahr und auch niedriger als  im Herbst 2012. Nicht nur in Deutschland sondern auch in einigen anderen Ländern der EU wurde deutlich mehr Milch produziert, die bei gleichzeitigem Wegfall wichtiger Märkte die Absatzmärkte belasten. Gleichzeitig wurde für viele Betriebe im letzten Quotenjahr eine hohe Superabgabe fällig, die sich auch bereits für das jetzt laufende Milchwirtschaftsjahr abzeichnet. Viele Milcherzeuger reagierten mit der Anpassung der Kuhbestände, was jedoch zu sinkenden Schlacht- und Zuchtvieherlösen führte. Aufgrund des guten Witterungsverlaufs in Schleswig-Holstein sind jedoch fast durchweg sehr zufriedenstellende Mengen und Qualitäten der Grundfutterernte zu verzeichnen, die zur Senkung der Futterkosten beitragen. Dies ist ein wesentlicher Baustein zur Rentabilität der Milchproduktion. Der LKV unterstützt die Betriebe mit erweiterten Dienstleistungen. Die seit dem Frühjahr eingeführte Feststellung einer Trächtigkeit über die Milch ist von den Mitgliedern gut angenommen worden. Die Methode bietet eine sinnvolle Ergänzung zu den von Tierärzten und Tierzuchttechnikern seit langem angebotenen Untersuchungsverfahren. Vor allem für Landwirte, die bisher auf Trächtigkeitsuntersuchungen verzichtet haben, bietet sich das neue Verfahren an. Diese wichtige Information wird zukünftig für den Tierhalter insbesondere vor dem Hintergrund der öffentlichen Diskussion zum Thema „Schlachten von tragenden Kühen“ eine sehr hohe Bedeutung bekommen. Der vor über zwei Jahren vom LKV in Schleswig-Holstein eingeführte Eutergesundheitsbericht findet nun „Nachahmer“. Während ihrer Herbsttagung im November haben die Mitglieder des Deutschen Verbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfungen (DLQ) die bundesweite Einführung beschlossen. Die gemeinsame Festlegung von Berechnungsmethoden für die verschiedenen Kennzahlen sorgt für eine Vergleichbarkeit zwischen den Ländern. Das internetgestützte Herdenmanagementprogramm „MLP-online“ und dessen Mobilversion „MLP-Mobil“ sind in den letzten Monaten ebenfalls verbessert und erweitert worden, weitere Module stehen kurz vor der Fertigstellung. Speziell dem Thema Tiergesundheit soll mehr Raum gegeben werden. Nur dauerhaft gesunde Tiere sind wirtschaftliche Tiere, nur mit ihnen macht die Arbeit wirklich Freude. Zu den Kreiskontrollvereinsversammlungen im Januar und Februar 2015 möchten wir Ihnen mehr berichten und gerne mit Ihnen ins Gespräch kommen. Wir freuen uns deshalb auf Ihren Besuch. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien einen ruhigen Jahresausklang und für 2015 viel Erfolg im Stall.

Hergen Rowehl Geschäftsführer

 

Entwicklung der Milchleistungsprüfung im Prüfjahr 2014

rib201404 Tabelle1b

Höhere Durchschnittsleistungen und nochmals gestiegene Kuhzahl

Nach drei Jahren mit rückläufigen bzw. stagnierenden Durchschnittsleistungen konnte in diesem Jahr die Jahresleistung gegenüber dem Vorjahr wieder deutlich gesteigert werden. Die diesjährige Durchschnittsleistung beträgt 8.341 kg Milch mit 4,12 % und 344 kg Fett sowie 3,40 % und 284 kg Eiweiß (Tabelle 1). Die Kuhzahl stieg auch in diesem Prüfjahr nochmals um 2,8 % und hat jetzt mit 339.364 (A+B)-Kühen die historische Höchstmarke des Vorjahres nochmal deutlich überschritten. Noch nie seit Bestehen des Kontrollverbandes wurden mehr Kühe geprüft als im abgelaufenen Prüfjahr.

Hierbei verlief die Entwicklung der Kuhzahlen bzw. der Leistungen zwischen den Rassen nicht gleichmäßig. Die Angler hatten von allen Rassen bei der Milchmenge den höchsten Leistungszuwachs. Die Entwicklung der Leistung im Verlauf des Prüfjahres 2014 im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Tabelle 2. In allen Monaten des Prüfjahres lagen die Milchleistungen mehr oder weniger deutlich über denen des Vorjahres. Gleichzeitig sanken die Fettgehalte teilweise deutlich gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Milchharnstoffgehalt stagnierten bzw. nahmen gegenüber dem Vorjahr tendenziell ab. Der Zellgehalt der Milch hatte in den letzten Jahren ein bedenklich hohes Niveau erreicht. Daher ist es erfreulich, dass auch in diesem Jahr wieder ein leichter Rückgang der Zellzahlgehalte festzustellen.Die Zahl der Angler Kühe stagnierte jedoch auf dem Niveau des Vorjahres. Die Leistungen der rotbunten DN-Kühe entwickelten sich im Vergleich zum Landesmittel knapp durchschnittlich. Gleichzeitig ist bei dieser Rasse aber zum wiederholten Male ein deutlicher Rückgang der Kuhzahl festzustellen. Dagegen nahm die Zahl der Rotbunt-RH Kühe überproportional zu. Offenbar findet hier eine zunehmende Verdrängung der Zuchtrichtung „Doppelnutzung“ durch die Einkreuzung von RH-Bullen statt. Die Schwarzbunten konnten sich sowohl leistungsmäßig als auch in der Kuhzahl überdurchschnittlich steigern. Mit einem Anteil vonjetzt knapp über zwei Drittel dominieren die Schwarzbunten die Verteilung zwischen den Rassen auch in Schleswig-Holstein zunehmend.

rib201404 Tabelle3Weiter wachsende BetriebeLeistungsverlauf im Prüfjahr 2014
Die Entwicklung der Leistung im Verlauf des Prüfjahres 2014 im Vergleich zum Vorjahr zeigt die Tabelle 2. In allen Monaten des Prüfjahres lagen die Milchleistungen mehr oder weniger deutlich über denen des Vorjahres. Gleichzeitig sanken die Fettgehalte teilweise deutlich gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Milchharnstoffgehalt stagnierten bzw. nahmen gegenüber dem Vorjahr tendenziell ab. Der Zellgehalt der Milch hatte in den letzten Jahren ein bedenklich hohes Niveau erreicht. Daher ist es erfreulich, dass auch in diesem Jahr wieder ein leichter Rückgang der Zellzahlgehalte festzustellen.

Weiter wachsende Betriebe
Die Betriebe sind wie in den vergangenen Jahren weiter gewachsen, allerdings nahm die relative Wachstumsgeschwindigkeit im Vergleich zum Vorjahr spürbar ab. Die durchschnittliche Herdengröße liegt zu Beginn des neuen Prüfjahres 2014 bei 100,6 Kühen pro Betrieb. Die aktuelle Gesamtanzahl der geprüften Kühe liegt nur unwesentlich über der des Vorjahres, was daraufhin deutet, dass möglicherweise hier die Wachstumsschwelle überschritten wird.

Die Anzahl der Betriebe sank gegenüber dem Vorjahr um 2,7 % und liegt damit etwas niedriger als die im Vorjahr.


Dr. Jörg Piepenburg

LKV

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