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Untersuchung von Sonderproben im Zentralen Milchlabor des LKV

Im zentralen Milchlabor (ZML) des LKV werden täglich die Proben aus der Milchleistungsprüfung (MLP) und die Proben der Anlieferungsmilch untersucht. Zudem haben Landwirte die Möglichkeit bei speziellen Fragestellungen jederzeit zusätzliche Proben, sogenannte Sonderproben, im ZML untersuchen zu lassen.

Welchen Nutzen bringt die Untersuchung von Sonderproben?

Die Untersuchungsergebnisse der Anlieferungsmilch liefern mehrmals monatlich einen Überblick über die Milchqualität der Herde. Durch die MLP erhält man einmal monatlich wertvolle Informationen über die Milchzusammensetzung der einzelnen Kuh. Darüber hinaus kann es sehr nützlich sein bei speziellen Fragestellungen zusätzliche Proben von Einzeltieren oder von der Sammelmilch untersuchen zu lassen. Diese Möglichkeit bietet Ihnen das zentrale Milchlabor im LKV einfach, schnell und günstig an.

Welche Parameter können untersucht werden?

Milchinhaltsstoffe

Die Milchinhaltsstoffe Fett und Eiweiß, aber auch Harnstoff, liefern Informationen über die Fütterungs- und Stoffwechselsituation der Herde bzw. des einzelnen Tieres. Der Harnstoffgehalt liefert wichtige Hinweise für die Energie- und Eiweißversorgung der Kühe. Seine Beachtung ermöglicht eine kostenoptimierte und umweltschonende Fütterung der Milchkuh.

Bei Bedarf ist es jederzeit möglich und durchaus sinnvoll zusätzliche Proben der gesamten Herde, von Tiergruppen oder von Einzeltieren auf die Milchinhaltsstoffe untersuchen zu lassen.

Zellzahl

Die Zellzahl ist der wichtigste Parameter zur Beurteilung der Eutergesundheit. Die Milch einer gesunden Herde sollte im Durchschnitt nicht mehr als 150.000 Zellen/ml aufweisen. Beim Einzeltier geht man davon aus, das Zellgehalte von mehr als 100.000 Zellen/ml bereits auf eine subklinische Euterentzündung hinweisen. Leider liegen sowohl die Ergebnisse aus Tankmilchproben als auch aus der MLP teilweise erheblich über diesen Werten. Die hohe Anzahl Liefersperren, aber auch der Durchschnittswert von 261.000 Zellen/ml im MLP-Prüfjahr 2011 sind sehr deutliche Anzeichen für die Notwendigkeit von Verbeserungsmaßnahmen. Ein erster Schritt können zusätzliche Untersuchungen zur Überwachung der Eutergesundheit sein. So kann ein Milcherzeuger jederzeit zusätzliche Proben (sowohl Viertel- als auch Gesamtgemelksproben) von Einzeltieren auf Zellzahl untersuchen lassen. Im Fall von Problemen mit einem hohen Zellgehalt der Tankmilch, ist es zu empfehlen, regelmäßig zusätzliche Sammelmilchproben untersuchen zu lassen, damit Grenzwertüberschreitungen und damit Abzüge vom Milchgeld oder sogar Liefersperren umgangen werden können.

Erregerbestimmung

Neben der Untersuchung des Zellgehaltes ist beim Auftreten von Mastitiden eine Untersuchung von Viertelgemelksproben auf Mastitiserreger sinnvoll. Nur mit der Kenntnis der verursachenden Erreger sind eine sinnvolle Bekämpfung der Ursachen, eine gezielte Therapie und eine effektive Vorbeugung von Neuinfektionen möglich. Das ZML bietet seit einiger Zeit die Untersuchung von Milchproben auf Mastitiserreger mit der PCR-Methode an (PCR = Polymerase Kettenreaktion, Nachweis der Erbsubstanz der Mastitiserreger in der Milch). Mit dieser Untersuchungsmethode ist es möglich einen schnellen und zuverlässigen Nachweis auf in der Milch vorhandene Mastitiserreger zu erhalten.

Keimzahl

Die Sauberkeit der gesamten Melkanlage und des Milchtanks aber auch die Hygiene bei der Melkarbeit sind ebenfalls wichtige Beurteilungskriterien für den Landwirt. Genutzt wird dazu die Keimzahl als Maß für die hygienische Beschaffenheit der Milch. Ein gesundes Euter liefert praktisch sterile Milch mit einem Keimgehalt von weniger als 10.000 Keime/ml. Eine erhöhte Keimzahl ist daher fast immer nachträglich entstanden und findet ihre Ursache meistens in den milchführenden Systemen (Milchleitung, Milchtank). Besonders die Reinigung und Desinfektion der Melkanlage sowie die sofortige Kühlung der Milch sind entscheidend für niedrige Keimzahlen. Treten Probleme mit der Keimzahl auf, können zur Ursachenfindung Milchproben aus verschiedenen Abschnitten der Melkanlage (Stufenkontrolle) gewonnen und im ZML untersucht werden. Ist die Ursache entdeckt und behoben, lassen sich hohe Keimzahlen in der Regel schnell in den Griff bekommen.

Hemmstoffe

Für die Milchverarbeitung und die Eignung als Lebensmittel ist eine rückstandfreie Milch Voraussetzung. Unter dem Begriff Hemmstoffe sind alle Substanzen zusammengefasst, die das Wachstum von Keimen in der Milch hemmen. Die Untersuchungen im ZML zeigen jedoch deutlich, dass dies in erster Linie Tierarzneimittel zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten (Antibiotika) sind. Da der Gesetzgeber die Freiheit von Hemmstoffen im Sinne des Verbraucherschutz sehr hoch einstuft, erhält der Milcherzeuger im Falle eines positiven Befundes einen empfindlichen Abzug vom Milchgeld in Höhe von 5 Cent für die im gesamten Monat produzierte Milch.

Eine Untersuchung der Milch der behan­delten Tiere ist vor der Wiederablieferung drin­gend anzuraten. Dies kann entweder im ZML oder durch hofeigene Testsysteme erfolgen. Ein negatives Untersuchungsergebnis vor Ablauf der Wartezeit bedeutet jedoch nicht, dass die Milch wieder geliefert werden darf.

Gefrierpunkt

Der Gefrierpunkt zeigt die Temperatur, bei der die Milch gefriert. Da in der Milch viele Stoffe (z.B. Mineralstoffe und Laktose) gelöst sind, liegt der Gefrierpunkt von Milch bei –0,524°C und damit unter dem von Wasser. Eine Erhöhung des Gefrierpunktes weist auf einen eventuellen Fremdwasseranteil in der Milch hin. Wasser gelangt meistens durch schlecht verlegte Milchleitungen oder durch das Nachspülen der Restmilch beim Melkende in den Tank. Fast alle Meiereien ahnden zu hohe Gefrierpunkte mit Abzügen vom Milchgeld. Bei Problemen im Bereich des Gefrierpunktes kann die Untersuchung zusätzlicher Proben bei der Ursachenfindung helfen.

Wie werden die Proben genommen?

Für ein aussagefähiges Ergebnis muss eine repräsentative Probe gezogen werden, deren Zusammensetzung und Eigenschaften sich von der Probenahme bis zur Untersuchung nicht verändern. Daher ist auf eine gute Durchmischung der Milch vor dem Abfüllen der Probe zu achten. Probenflaschen, bei Bedarf mit einem Konservierungsmittel versehen, können vom Labor direkt bzw. über die Leistungsprüfer und Zuchtwarte des LKV bezogen werden. Für einige Untersuchungen sind Probenflaschen mit einem Konservierungsmittel notwendig. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass die Milch in die Flasche zugefüllt wird, beispielsweise mit einer Kelle oder einem Messbecher. Die Probenflaschen sollten nur zu etwa zwei Drittel befüllt werden, damit im Labor eine gute Durchmischung der Probe möglich ist. Den Probenflaschen fügen Sie bitte einen vollständig ausgefüllten Untersuchungsauftrag bei.

Für die Entnahme von Milchproben für die Untersuchung auf Mastitiserreger muss das vom Labor zur Verfügung gestellte Probenahmematerial verwendet und unbedingt die Hinweise zur Probenahme auf der Rückseite des Untersuchungsauftrages beachtet werden.

Wie gelangen die Proben zum ZML?

Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, die Proben an das ZML zu senden.

  1. Abgabe bei einer Probensammelstelle (Leistungsprüfer): Von dort gelangen die Proben mit dem täglichen LKV-Fahrdienst zum ZML.

  2. Zusendung mit der Post: Zentrales Milchlabor, Postfach 50 73,24062 Kiel

  1. Direkte Abgabe im ZML beim LKV in Kiel:

Montags bis Freitags von 7.00 bis 16.00 Uhr

Samstags von 6.00 bis 10.00 Uhr

Um eine gute Qualität der Proben zu erhalten, sollte ein Probenversand übers Wochenende möglichst vermieden werden.

Welche Kosten entstehen für die Untersuchung von Sonderproben?

Für die Untersuchung von Sonderproben wird für LKV- Mitglieder eine Gebühr für den Untersuchungsauftrag von 2,50 Euro erhoben. Hinzu kommen die Kosten der Untersuchung je Probe, die zwischen 0,50 Euro (Zellzahl und Inhaltsstoffe) und 1,50 Euro (Hemmstoffe) liegen.

Die Kosten für die Untersuchung einer Milchprobe auf Mastitiserreger betragen 15,00 Euro je Probe.

Wie erhalten Sie die Ergebnisse?

Das Ergebnis wird Ihnen direkt nach Abschluss der Untersuchung per Fax übermittelt und anschließend auf dem Postweg zugestellt.

 

Weitere Hinweise zur Probenahme, Kennzeichnung, Lagerung und Transport erteilen die Mitarbeiter des Zentralen Milchlabors (Tel. 0431 / 33987 - 51) oder der zuständige Leistungsprüfer oder Zuchtwart.

Sonderfall im Monat Juli:

Im Juli werden die Sammelstellen nicht vom LKV-Fahrdienst angefahren. Nutzen Sie daher bitte den Postweg für den Probenversand. Abbildung 1 zeigt ein Beispiel für ein für den Postversand vorbereitetes Päckchen mit Proben für die PCR-Untersuchung auf Mastitiserreger. Bitte nutzen Sie möglichst die vom ZML ausgegebenen Versandkartons für den Rückversand der Proben. Die direkte Abgabe von Proben im ZML ist natürlich auch im Juli möglich, jedoch nur von Montags bis Freitags in der Zeit von 8.00 bis 15.00 Uhr.

Dr. Monika Brandt, ZML

 

Erweiterung der Untersuchung auf Mastitiserreger

Die im vergangenen Jahr beim LKV eingeführte Untersuchungsmethode von Milchproben auf Mastitiserreger mit der PCR-Methode (PCR = polymerase Kettenreaktion, Nachweis der Erbsubstanz der Mastitiserreger) wird zunehmend gut von den Landwirten und Tierärzten angenommen. Das dafür eingesetzte System PathoProofTM unterliegt auch von Herstellerseite einer ständigen Weiterentwicklung. Dadurch fand eine Erweiterung des Untersuchungsspektrums um vier zusätzliche Mastitiserreger statt. Zukünfitg können in einem Arbeitsgang die Erreger Mycoplasma bovis, Mycoplasma sp., Prototheca sp. und Hefen zusätzlich nachgewiesen werden. Besonders Mycoplasmen und Hefen können mit der mikrobiologischen Methode nur schwer identifiziert werden und stellen deshalb in der PCR-Methode eine ideale Ergänzung dar. Im zentralen Milchlabor des LKV wird das erweiterte Untersuchungskit zukünftig eingesetzt. Damit können mit der Methode die 15 wichtigsten Mastitiserreger nachgewiesen werden.

  • Staphylococcus aureus

  • Streptococcus dysgalactiae

  • Escherichia coli

  • Klebsiella pneumoniae, K. oxytoca

  • Arcanobacterium pyogenes, Peptostreptococcus indolicus

  • Streptococcus agalactiae

  • Streptococcus uberis

  • Enterococcus faecalis, E. faecium

  • Serratia marcescens

  • Koagulase negative Staphylokokken (KNS, Staphylococcus sp.)

  • Corynebacterium bovis

  • Neu: Mycoplasma bovis

  • Neu: Mycoplasma sp.

  • Neu: Prototheca sp.

  • Neu: Hefen

rib12 1 6Bei den aufgeführten Erregern handelt es sich sowohl um kuhassoziierte Keime, die im Euter der Kuh leben, als auch um umweltassoziierte Keime, die überall in der Haltungsumwelt der Tiere vorkommen. Weiterhin wird ein bakterielles Resistenzgen, das Beta-Lactamase-Gen, nachgewiesen, das vor allem von Staphylokokken gebildet wird. Bei Vorhandensein dieses Gens wird das Enzym Beta-Lactamase gebildet, welches die antibiotische Wirkung eines Medikamentes beeinträchtigen bzw. ganz aufheben kann.

Probenahmematerial für die Entnahme von Viertelgemelksproben für die Untersuchung auf Mastitiserreger können Sie direkt vom ZML oder von ihrem Leistungsprüfer bekommen. Der Rückversand kann durch Abgabe der Proben auf einer LKV-Sammelstelle bzw. direkt im ZML oder durch den Postversand an die auf dem Untersuchungsantrag angegebene Postfachadresse erfolgen. Bitte beachten Sie, dass im Monat Juli keine Probenabholung an den LKV-Sammelstellen erfolgt. Nutzen Sie daher im Juli bitte den Postweg oder geben Sie die Proben direkt im ZML ab. Bei Fragen zu dieser Untersuchungsmethode stehen Ihnen die Mitarbeiter des LKV gern zur Verfügung. Telefonische Auskunft erteilt das ZML unter der Telefonnummer 0431-33987 51.

Dr. Monika Brandt, ZML

 

 

 

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