Die Reduzierung des vergleichsweise hohen Anteils von Kälbern mit unbekannter väterlicher Abstammung stellt immer noch eine Herausforderung für alle Beteiligten dar. Vor allem bei Kälbern aus Natursprung gibt es noch Reserven, um den Anteil der Kälber mit unbekanntem Vater zu verringern.
Die Rinderzucht Schleswig-Holstein eG und der Landeskontrollverband Schleswig-Holstein e. V. haben deshalb für die Anwendung in Milchviehbetrieben ein spezielles Internet-Programm entwickelt. Für die Fleischrinder-Mitgliedsbetriebe der RSH ist eine separate Anwendung geplant. Hiermit kann der Rinderhalter in einem ersten Schritt eine ?normale? Geburtsmeldung direkt an die HIT-Datenbank abgeben. Im weiteren prüft das neue Programm dann, ob für die Mutter eine zum Geburtsdatum des Kalbes passende Belegung in der MLP- und Herdbuch-Datenbank vorliegt. Falls keine Belegung registriert ist, besteht die Möglichkeit, in einer dann automatisch angezeigten Eingabemaske die für die Vaterschaftsermittlung fehlenden Informationen zum eingesetzten gekörten Deckbullen und zum Belegungszeitpunkt zu erfassen.
Die Verwendung des Geburtsmeldungs-Programms ist kostenlos. Für die Richtigkeit der Eintragungen ist der meldende Mitgliedsbetrieb verantwortlich.
Das neue Internet-Programm ist sehr einfach aufgebaut und enthält nur die zwei Programmfunktionen ?Einstellungen? und ?Geburt+Deckdaten melden?. Hiervon ist die erstgenannte Funktion ?Einstellungen? nur sehr selten zu verwenden. Anhand dieser Programmfunktion kann der Rinderhalter bestimmte Informationen hinterlegen, die die späteren Geburts- und Deckdatenmeldungen erleichtern. So sind hier beispielsweise einmalig die auf seinem Betrieb ?tätigen? Deckbullen zu erfassen. Bei den nachfolgenden Deckdatenmeldungen muss dann der entsprechende Bulle nicht mehr mit Nummer oder Name erfasst, sondern nur noch in der entsprechenden Auswahlbox ?angeklickt? werden.
Die eigentliche Geburts- und Deckdatenmeldung erfolgt dann mit der zweiten Funktion ?Geburt+Deckdaten melden?. Hier sind die Geburtsinformationen zu erfassen, und mit ?Speichern? wird die Geburtsmeldung direkt an die HIT-Datenbank geschickt. Falls die HIT-Datenbank diese Geburtsmeldung aufgrund eines Fehlers nicht speichert, wird sofort eine entsprechende Meldung auf dem Bildschirm ausgegeben. Bei einer erfolgreichen Geburtsmeldung werden die gemeldeten Daten nochmals angezeigt und ? falls keine Belegungsdaten für die Mutter vorliegen ? die Eingabemaske für die Erfassung von Deckdaten eingeblendet.
Das Programm lässt nur ein einmaliges Erfassen der Geburtsmeldung für das Stammdatenblatt zu. Änderungen zu relevanten Informationen zum Stammdatenblatt sind nur direkt bei HI-Tier möglich, solange die beauftragte Regionalstelle den Datensatz zum Druck des Stammdatenblattes nicht abgeholt hat.